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Der Jungfau-Jahrmarkt auf dem Gaina Berg

Brauchtum

Der Jungfau-Jahrmarkt auf dem Gaina Berg
Am dritten Mittwoch des Juli gehen Tausende, in Volkstracht bekleidete Rumänenden Gaina Berg hinauf, um ihr Liebesglück zu finden. Dieses Frst kann durch die Tatsache erklärt werden, dass die Dörfer im Apuseni Gebirge sich überall verstreuen und die Häuser weit voneinander entfernt sind. Der Berg trennt die Menschen voneinander, bringt sie trotzdem zusammen. Seit langer Zeit haben sich die Leute einen Ort ausgesucht, wo sie miteinander in Verbindung kommen konnten. Aber bekannt ist der Gaina Berg wegen seiner Naturschönheiten, Volksbräuche uns seines kulturellen Hintergrunds als wunderbare Anreizort.

Obwohl das Klima im allgemeinen mild ist (der Wind bläst hier in allgemeinen nicht so stark), wird es doch von den Höhenunterschieden beeinflusst; die Abhänge de Gaina Berhges sind von November bis April mit Schnee bedeckt.

Im legendären Land der Motzen, in einer Höhe von 1484 m, auf einem Hochplateau des Höchenzuges, in dem der kleine Aries entspringt, liegt der Găina Berg und die “La targ” (beim Markt) genannten Stelle. Hier, inmitten der landstriche die eng mit den Kämpfen der Motzen verknüpft sind, findet alljährlich als Ausdruck alter Tradition der “Mädchenmarkt” statt, auf dem sich die Burschen vor Zeiten ihre künftigen Ehefrauen erwählten.

Der Markt ist bunt und lebendig und festigt Handel, Wirtschaftsbeziehungen und Begegnungen zwischen den Menschen der Kreise Alba, Bihor, Cluj und Hunedoara. Aus all diesen Gegenden vereinen sich hier die Menschen zu brüderlicher Feier in reichem Überschwang Können und künstlerischem Volksschmuck. Die Gruppen junger Burschen aus Câmpeni, Avram Jancu, Vâscău und Bulzeşti, die schon am Vorabend am Fuß des Berges angekommen sind, der seit Jahrhunderten als “Berg der Henne mit den goldenen Eiern” bekannt ist, verbringen hier beim Flackern groβer Feuer und beim Schein von Tannenfackeln eine fröhliche “Ouvertüre”.

Im Morgengrauen geht es mit Musikanten an der Spitze dem Hochplateau zu. Aus dieser Richtung erklingt der fröhliche Tanz der Jugend sowie der Ruf des tulnic- ein in den Westkarpaten anzutreffendes Alphorn das traditionsgemäß von jungen Frauen und Mädchen geblasen wird. Oben angelangt wird der ganze Zauber des Motzenreiches gegenwärtig. Geschichte und Sagen sind hier selbst im unendlichen Hauch der Gegenwart lebendig.

Es kommen Tänzer aus den Ortschaften Stremţ, Ocna Mureş, Crişan, Brad, Bosorod oder Geoargiu – Töpfer aus Cristior, Halmagel, Obarşia, Târnaviţa oder Carpinet, Tulnic- Handwerker und Flötenmacher aus Vidra, Ponorel, Avram Iancu, Budureasa, Hersteller von “ploşti” (rundes Holzgefäss mit engem und kurzem Hals zur Aufbewahrung von Wasser, Wein oder Schnaps). „Ploşti“ werden an einem Riemen getragen und während Hochzeiten in Transsilvanien, Muntenia und Oltenia werden die Gäste zum Zeichen grosser Ehrerbietung aus besonders schön verzierten Exemplaren bewirtet. Auch die Wasserkrüge aus dem Aries-Tal stellen wahre Kleinodien der hiesigen Volkskunst dar. Es erscheinen “sumărari” aus Sârbeşti – Hersteller des „suman“ genannten Trachtenmantels, ein knielanges , aus dickem Bauerntuch gefertigtes Kleidungsstück. Das leckere Mahl wird mit Kischschnaps genossen und bekannte Motzentänze werden getanzt wie zum Beispiel der “Pe loc” – ein Volkstanz aus dem Banat mit flottem Tempo und ungestümen Figuren die unter ständiger Bewegung aufgeführt werden und “Ţarina” - ein Volkstanz aus dem Gebiet der Westkarpaten als Dreher paarweise getanzter rumänischer Volkstanz; er wird Zeitakt- aber auch häufig Aksak-Rhythmus ausgeführt. All die erfüllt die Wiesen mit einmaliger Poesie.
So ist das “Land von Stein”, die “Ţara de piatra”,voll bewegten Lebens, Farbe, Fröhlichkeit , die dem Augenblick einen besonderen Reiz verleihen. Scherzhafte Rufsprüche tragen das ihre zum allgemeinen Frohsinn bei.
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