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Eine der wichtigsten Feldfeierlichkeiten der Oasleute ist die Schafsfeier, die mit der traditionellen Aktivität des Grasens verbunden ist. Das Fest wird im Monat Mai gefeiert und symbolisiert den Beginn des Frühlings und des Grasens der Schaafe. Es findet in der Ortschaft Certeze statt, doch es kommen alle Mitglieder der Oasgemeinschaft hierher um zusammen mit anderen tausenden von Menschen aus dem ganzen Land und von außerhalb zu feiern. Zum Ende der Woche hin werden die Schafhürden und die Hirten ausgewählt, die sterilen Schaafe werden von denen die Milch haben getrennt, die Schafe werden gemolken und die Milch wird gemessen. Die Milchmessung ist eine Tätigkeit die ausschließlich von den Männern durchgeführt wird. Die Frauen nehmen nur am Essen und an den Tänzen teil. Nach der „Milchmessung“ beginnt das Fest mit Leckereien und Pflaumenschnaps und weiter geht es mit Liedern un Tänzen.
Nach zahlreichen praktischen Tätigkeiten (Bau und Reparatur von schafhürden, Lammentwöhnungen, Schaf- und Schafsbockscheerungen) und bürokratischen Aufgaben (Zählung der Schaafe für die Gesellschaft der Schafeigentümer, Schafmarkierungen, Hirteneinstellungen, Zahlung der Weidepacht, usw.) wird die Milch gemessen und das Ergebnis der Schafe eines jeden Schafhirten in eine Kiefernholztafel eingekerbt und die zu erwartende Menge an Schafskäse ordnundsgemäß ausgerechnet. Um eine größere Menge Milch bei den Messungen zu erhalten, gingen früher die Eigentümer der Schaafe in der Nacht vom 22 af den 23. April auf die Weide um die Schaafe beim Grasen zu überwachen und melkten sie am 23. April selbst.
Von der ersten Milch der Schafe wird junger Käse hergestellt, der zwischen den Schafeigentümern aufgeteilt wird. Die praktischen und bürokratischen Aktivitäten werden von bestimmten Rituellen begleitet, die dafür sorgen sollen, daß die Schafhürden und Hirten während des Sommers vor bösen Kräften bewahrt werden: das Anzünden des „Lebendigen Feuers“, die Ausräucherung der Schaafe und der Hirten, die Vertreibung der Hexen die den Milchfluß stehlen . Dies alles geschieht durch lautes Schreien, was die Kraft Milch zu stehlen oder zu verderben aufheben soll. Man hört die Schreie :“Cucu!, Rasucu!“. Die Schafe und Schafeigentümer werden mit heiligem Wasser bespritzt um sie reinzuwaschen und es findet ein Baderitual statt, bei dem sie mit reinem Bachwasser oder mit Pflanzentau gewaschen werden. Frische, traditionelle Speisen werden zubereitet, Lämmer werden geopfert und spezielle Zauberformeln gesprochen.
Die Zusammenkunft der Schafgesellschaft endet mit einem schönen Bauernfest bei dem typische Gerichte gegessen werden (balmos, gekochte und mit Butter angereicherte Milch, nach Banditenart frittiertes Lamm, knospenförmiges Brot aus Sangiorz, junger Käse der ersten Milch). Es wird gesungen und Schäfertänze werden getanzt. Das Fest in seinen ortsgebundenen Varianten ist bei allen Schafzüchtern bekannt und beliebt. |
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