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Sobald die Frühling nach Brasov (Kronstadt) kommt, fragen sich alle, wann das traditionelle Fest “Junii Brasovului” beginnt; das ist ein Frühlingsbrauch der ledigen jungen Männer von Brasov, der am ersten Sonntag nach dem orthodoxen Ostern stattfindet. Das Frühlingsfest der Juni aus Brasov umfaβt eine Parade der malerischen Trachten des Ortes und eine Folge althergebrachter Tänze und Spiele und findet in dem Stadtteil von Brasov -dem Schei-Viertel-statt, wo die erste rumänische Schule (1495) und die Druckerei das Diakons Coresi (1560) standen. Schei ist eins der ältesten Stadtviertel, auβerhalb der Ringmauern in der oberen Stadt gelegen. In diesem Viertel sind alten Häusern und schmalen Gassen. Das Fest geht auf eine alte militärische Vereinigung zurück, die im Verlaufe der Jahre auch von den rumänishen Fürsten als Möglichkeit zur Wahrung der rumänischen Einheit diesseits und jenseits der Karpaten unterstützt wurde, und blickt auf eine Vergangenheit von 400 Jahren zurück.
Allmählich gingen die militärischen Züge verloren und heute sind allein die folkloristischen prägnant: meisterhaft aufgeführte Volkstänze, herrliche Trachten, Hammerwerfen (buzdugan).
Nach uraltem Brauch werden die "juni” (Jugendliche zwischen 18 und 20 Jahren) in sieben Gruppen geteilt, deren jede ihre eigene Bezeichnung führt:
• junii tineri - die jungen Juni,
• junii batrani - die alten Juni,
• curcanii (Truthahn) – Spitzname der rumänischen Infanteristen des Unabhängigkeitskriegs 1877-1878, wegen der Truthahnfeder, die sie an der Fellmütze trugen,
• rosiorii – Elitekorps der Kavallerie im früheren Aufbau der rumänischen Armee,
• armasul mare und armasul mic – ehemaliges Verwaltungsamt in der Moldau und Walachei. Daher die zwei Benennungen für die Führer der Burschenbund (cete), die sich an der Feier der Juni beteligen.
• sutasul – Mitglied der Fahnenträger-Burschengruppe.
Die einzelnen Gruppen, deren Mitglieder in bestimmten Straßen wohnen, unterscheiden sich untereinander sowohl durch Farbe als auch durch Verzierung der Kleidung, ferner tragen sie auch besondere Kennzeichen: die jungen und die alten “Juni” tragen Hüte mit Trikolore- Bändechen, die “curcani” tragen schwarze Mützen mit Truthahnfedern, die “rosiori” Käppis mit Federn usw. Einer der wertvollsten Bestandteile der Tracht ist das Hemd. Die Anführer beispiesweise tragen ein Hemd, an dem vier Frauen vier Monate lang gearbeitet haben - es ist mit 40.000 Pailleten verziert und wiegt 9,7 kg.
Alljährlich setzt sich die Kavalkade der “Juni” am Prund - Platz im Zentrum des Schei-Viertels auf prächtig geschmückten Pferden in Bewegung und begibt sich zu den “Solomonsfelsen” (Pietrele lui Solomon), wo das Fest beginnt. Man tanzt die Hora (Rundtanz), wirft den buzdugan (Hammer) und abends geht es, wieder hoch zu Roβ, zum Rathausplatz im Herzen der Altstadt, wo eine Schau der schönsten Trachten stattfindet. An dem Fest nehmen sämtliche “Juni” - Gruppen sowie zahlreiche Einwohner von Brasov oder anderen Ortschaften teil, die sich hier einfinden, um diesen alten rumänischen Brauch zu bewundern und den “Juni”, in ihren im Lande einzigartigen, bunten Kostümen Beifall zu spenden.
Die Jugend von Schei lebt immer noch nach gut aufgestellten traditionellen Regeln und dieses Fest wird auch als ihre Reifeprüfung betrachtet; so entsteht die Gelegenheit über einige Bräuche dieser Jugend zu erfahren.
“Ingroparea vatafului” ist ein interessanter Brauch, wobei ein der zwei Verwalter an einer Leiter gefesselt und von vier jungen Männern durch die Straβen von Schei zu einem groβen “Graben” getragen wird. Er muss den Jungen je mehr Getränke versprechen, damit er nicht in der Tat “begraben” wird. Spät am Abend kommen die Jungen zu ihren Häusern zurück mit folgendem Spruch auf ihren Lippen um einzuschüchtern: “ Geh, wohin dich deine Augen führen und kehr niemals zurück”.
In dem folgenden Tag nach einer kleinen Feier folgt eine weitere Refeprüfung. 10 Jungen halten eine Bettdecke an den Ende und werfen damit einen anderen Jungen in die Luft. Früher war es eine Schande für jenen, der nicht mindestens drei Sprünge in die Luft aushalten konnten.
Der magischen Einflüsse des primitiven Tanzes “cateaua junilor” (die Hündin der Juni) überascht… |
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